18:53h, Dienstag 21.02.2012
Umbau der Großküche in Volmerdingsen
Wittekindshof kocht vorübergehend im Krankenhaus
Bad Oeynhausen/ Lübbecke/ Hüllhorst/ Espelkamp/ Hille. “Zwischen den Mühlkreiskliniken und dem Wittekindshof hat sich seit vielen Jahren ein intensiver medizinisch-pflegerischer Fachaustausch entwickelt. Um den besonderen Bedürfnissen und Bedarfen von Menschen mit Behinderung gerecht werden zu können, wollen wir die Zusammenarbeit intensivieren“, erklärt Reiner Breder, Ressortleiter in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. In den vergangen Wochen, hat er sich jedoch für eine Kooperation in einem ganz anderen Bereich eingesetzt: „Im Zusammenhang mit der geplanten Schließung der Küche im Krankenhaus Bad Oeynhausen, haben wir erfahren, dass das Krankenhaus Lübbecke durch die Küche im Johannes-Wesling Klinikum in Minden versorgt wird. Schnell war die Idee geboren, solange in Lübbecke zu kochen, bis die Wittekindshofer Großküche in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen umgebaut ist“, erinnert sich der Ressortleiter.
Für die Köche, Diätassistenten und die anderen Mitarbeiter der Wittekindshofer Küche war es eine verlockende Vorstellung, während der sechsmonatigen Bauphase doch nicht wie zunächst geplant, in Container kochen und arbeiten zu müssen. „Dafür waren alle bereit sogar längere Wege zur Arbeit in Kauf zu nehmen und haben gleich angefangen Fahrgemeinschaften zu bilden“, berichtet Helmuth Huxohl. Ganz so schnell gab es aber kein grünes Licht für den Umzug in das Krankenhaus Lübbecke. Der erfahrene Koch musste zusammen mit seinem Kollegen Stephan Miegel genau durchkalkulieren, ob täglich die mehr als 1.900 Portionen Mittagessen pünktlich zubereitet und ob alle Hygieneauflagen erfüllt werden können. „In den Mühlkreiskliniken hatten wir von Anfang an sehr konstruktive Gesprächspartner, mit denen wir auch so wichtige Details klären konnten, wie die sichere Versorgung mit großen Strommengen, die wir beim Kochen brauchen“, erklärt Helmut Huxohl.
Mittlerweile ist der Mietvertrag unterschrieben und Ende Februar wird die Küche umziehen: „Das ist eine logistische Herausforderung, weil wir trotzdem zuverlässig an allen Tagen sowohl für die Menschen in den Wittekindshofer Wohnhäusern und Werkstätten, als auch für die zehn Schulen und Kindertagesstätten in Bad Oeynhausen, Espelkamp, Tengern, Schnathorst und Oberbauerschaft ohne Unterbrechung kochen werden“, erklärt der Diakon und Koch Stephan Miegel, der ab 27. Februar aus Lübbecke statt wie bisher aus Volmerdingsen das Mittagessen liefern will. „Unsere Kunden sollen keinen Unterschied merken. Sämtliche Diätessen und Sonderkostformen werden wir auch in Lübbecke zubereiten. Manche Wege werden kürzer. Aber auch bei längeren Fahrzeiten, wird das Essen heiß und schmackhaft sein, weil wir die bewährten Transportkisten nutzen, egal wo wir kochen.“, so Stephan Miegel.Für Tanja Warda, Geschäftsführerin der Krankenhäuser Lübbecke und Rahden, ist die Küchenkooperation ein Gewinn für beide Seiten: „Wir freuen uns, dass wir diese Räumlichkeiten dem Wittekindshof während der Umbauphase zur Verfügung stellen können. Den anstehenden Rückbau haben wir dazu noch einmal zeitlich verlegt. Der Wittekindshof ist ein wichtiger Partner für uns. Schön, dass sich das jetzt auch auf einem ganz anderen Arbeitsfeld bewähren kann!“
Bevor die Wittekindshofer Küche umzieht, stehen als Sondertermin noch 400 Portionen Grünkohl mit Kohlwurst und Kassler auf dem Speiseplan. „Der Wittekindshofer Aschermittwochsempfang ist einer von vielen Sonderanlässen für die wir kochen. Das ist eigentlich gut zu bewältigen, aber in Lübbecke ist weniger Platz, deswegen sind wir froh, dass das noch in Volmerdingsen möglich ist.
Umbau der Wittekindshofer Großküche
Die Großküche der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen wird für rund 2,4 Millionen Euro barrierefrei umgebaut. Neben Eigenmitteln der Diakonischen Stiftung Wittekindshof fließen Fördermittel aus dem Landesprogramm „Integration unternehmen“ des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, des LWL-Integrationsamtes Westfalen, der Stiftung Wohlfahrtspflege, der Aktion Mensch und der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe ein. Zukünftig wird die Küche als Integrationsbetrieb geführt, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammen arbeiten.
Geschaffen werden 17 Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Schwerbehindertenausweis und einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 50 Prozent. Der Integrationsbetrieb wird eine Impulsförderung durch die Aktion Mensch erhalten. Zusätzlich können für die Mitarbeitenden individuelle Fördermittel der Agentur für Arbeit und des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) in Anspruch genommen werden.
Das Integrationsunternehmen plant zukünftig täglich rund 2.500 Mittagessen für die Menschen in den Wittekindshofer Wohnhäusern und Werkstätten sowie in Kindertagesstätten und Schulen zu kochen.
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Dienstag, dem 21. Februar 2012 um 18:53 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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