15:36h, Samstag 11.02.2012
160 Fachleute bei OWL-Kulturkonferenz
Kunst in der Netzwelt
Kreis Lippe. Wie können junge Menschen kreative Netz-Nutzer werden? Welche Chancen bietet das Web 2.0, um kulturelle Bildung zu vermitteln? Darüber diskutierten rund 160 Fachleute auf der 5. OWL Kulturkonferenz, zu der das Kulturbüro der OstWestfalenLippe Marketing GmbH zusammen mit der Bezirksregierung Detmold in den Detmolder Hangar 21 eingeladen hatte. „Unser Ziel soll es sein, möglichst allen jungen Menschen in der Region einen Zugang zu kultureller Bildung zu ermöglichen“, betonte Landrat Friedel Heuwinkel.
Heuwinkel begrüßte die Teilnehmer als Vorsitzender des Fachbeirats Kultur der OWL Marketing GmbH in Detmold. Dessen Bürgermeister Rainer Heller betonte, dass Detmold als lebendige Kulturstadt ein passender Ort für die Kulturkonferenz ist und gerade auch der Hangar 21 Raum für Kreativität und Produktion bietet.
„Wir müssen die immer komplexer werdenden virtuellen Welten für junge Menschen transparent und zugänglich machen“, stellte Hans-Jürgen Palme in seinem Impulsvortrag klar. Der Münchener Medienpädagoge und Buchautor sieht angesichts der zunehmenden Herausforderungen bestehende Strukturen an ihre Grenzen gekommen. Für junge Menschen müssen nach Palmes Ansicht dringend alltagstaugliche Medienbildungsangebote geschaffen werden. In interaktiven Zentren können Informationen und Erkenntnisse vermittelt und kulturelle Bildungsangebote speziell für Kinder und Jugendliche entstehen.
Auf eine Reise durch virtuelle Kunstwelten nahm der Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Dr. hc. Hans-Peter Schwarz die Konferenzteilnehmer mit. Schwarz gab einen Überblick über die Medienkunst der letzten 40 Jahre und beleuchtete aktuelle Entwicklungen der Netzkunst. Seine These: Während sich traditionelle Künste oft den drängenden Zeitfragen entziehen, gehen die medialen Künste sie offensiv an. Zudem kultivieren sie in den Augen des Gründungsrektors der Zürcher Hochschule der Künste Visionen und Utopien einer Globalisierung der Weltkultur.
Nach den Impulsvorträgen von Hans-Jürgen Palme und Hans-Peter Schwarz diskutierten die Konferenzteilnehmer in fünf Fachforen über vorbildliche Beispiele und Erfahrungsberichte aus der Praxis. Fazit: um jungen Menschen neue Zugänge zu Kunst und Kultur zu eröffnen, ist das Web 2.0 unverzichtbar und bietet viele spannende Perspektiven. Kulturelle Bildung im digitalen Zeitalter erfordert aber auch Förderung für Qualifizierung, Strukturentwicklung und Innovation.
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Samstag, dem 11. Februar 2012 um 15:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter Lokales, Startseite abgelegt.
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