11:21h, Freitag 03.02.2012
Rekommunalisierung von E.ON Westfalen Weser:
Kommunale Anteilseigner nehmen Herausforderung an
Bielefeld. Die kommunalen Anteilseigner der E.ON Westfalen Weser AG (EWA) wollen mit dem Mehrheitsaktionär E.ON Energie in ergebnisoffene Gespräche über eine mögliche Rekommunalisierung der EWA eintreten. Auf einer Aktionärsversammlung in Bielefeld verständigten sich die Vertreter der Kommunen auf eine gemeinsame Vorgehensweise. Die Initiative zu diesem Treffen war von Herford und Paderborn ausgegangen. Die beiden Städte halten mit jeweils gut 10 Prozent die größten Anteile an der EWA unter den kommunalen Aktionären. Die restlichen kommunalen Anteile von knapp 16 Prozent verteilen sich auf 35 weitere Kommunen. 63 Prozent an der EWA sind im Besitz der E.ON Energie AG in München.
Thema war eine Analyse des Unternehmens und ein damit verbundenes Abwägen der Chancen und Risiken von Übernahmeverhandlungen. Im besten Fall entstünde in der Region ein großer kommunaler Netzbetreiber, der die Durchsetzung der Energiewende mit Blick auf eine dezentrale Energieerzeugung effektiv vorantreiben kann. Positiv wäre auch, dass der Wert der jetzigen Anteile abgesichert würde. Nicht ausgeschlossen werden kann aber auch ein Scheitern der Verhandlungen, wenn sich keine wirtschaftlich vertretbare Perspektive für das Unternehmen abzeichnen sollte.
Die kommunalen Aktionäre sind in der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft organisiert. Deren Aktionärsausschuss soll sich in den nächsten drei Wochen verständigen, wie die Gespräche strukturiert werden sollen. Diese sollen mit der E.ON Energie AG zügig aufgenommen werden. „Allen Beteiligten ist bewusst, dass der Rekommunalisierungsprozess nur gelingen kann, wenn der politische Wille und die Unterstützung in allen Kommunen dafür vorhanden sind. Dies setzt einen fairen Umgang der kommunalen Anteilseigner untereinander und eine Kommunikation auf Augenhöhe voraus. Wir sind außerdem offen für weitere kommunale Partner, die den Aufbau eines regionalen Energieversorgers mit unterstützen wollen“, erklärten die Bürgermeister Heinz Paus (Paderborn) und Bruno Wollbrink (Herford).
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Freitag, dem 03. Februar 2012 um 11:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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