11:42h, Donnerstag 02.02.2012
Zwischen westfälischen Städten
Kinderarmut: Keck-Atlas zeigt große Unterschiede
Trotz teilweise geringer regionaler Entfernung gibt es große Unterschiede in der finanziellen Situation von Familien in westfälischen Städten, zeigt der Keck-Atlas der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung. Während Coesfeld mit 9,2 Prozent die landesweit niedrigste Armutsquote bei Kindern unter drei Jahren aufweist, gelten im angrenzenden Kreis Recklinghausen 28,2 Prozent der Kleinkinder als arm. In Gelsenkirchen sind es sogar 40,4 Prozent.
Der Landesdurchschnitt liegt laut dem Atlas bei 22,42 Prozent. 16 westfälische Städte und Kreise unterschreiten diesen Wert, darunter sind alle münsterländischen und sauerländischen Bezirke. Acht Städte und Kreise des westfälischen Ruhrgebiets sowie Bielefeld weisen dagegen eine überdurchschnittliche Armutsquote bei unter Dreijährigen auf. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, forderte angesichts dieser Ergebnisse eine Änderung der staatlichen Förderpolitik. In Regionen mit größeren Problemen solle mehr Geld in "gute Kitas und gezielte Förderung in Brennpunkten" investiert werden.
Der Regionalvergleich Keck ("Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder") listet den Anteil der Kinder auf, deren Familien von der staatlichen Grundsicherung abhängig sind. Gleichzeitig lassen sich auch weitere Indikatoren von der Kindergesundheit und -bildung bis zu regionalen Umweltbedingungen vergleichen. Künftig soll es dabei auch Ergebnisse zu einzelnen Stadtteilen geben.
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Donnerstag, dem 02. Februar 2012 um 11:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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