19:11h, Sonntag 19.02.2012
Karneval ja, Komasaufen nein:
Jugendschutzkontrollen mit Konsequenzen angekündigt
Kreis Paderborn. Mit umfangreichen Kontrollen im Vorfeld und bei den
Veranstaltungen selbst wollen Behörden und Polizei den Jugendschutz im Karneval
sicherstellen. Landrat Manfred Müller, Salzkottens Bürgermeister Michael Dreier
und die Stadt Paderborn kündigen strenge Kontrollen mit Konsequenzen an.
"Alkoholisierte Jugendliche kommen erst gar nicht aufs Festgelände oder müssen
von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten abgeholt werden", sagt Landrat
Manfred Müller, zugleich Chef der Kreispolizeibehörde. Taschen, Rücksäcke und
Bollerwagen von Jugendlichen unter 18 Jahren werden durchgesehen, alle
alkoholischen Getränke von Jugendlichen unter 16 beschlagnahmt und vernichtet.
"Wir möchten einen fröhlichen Familienkarneval in Scharmede, und dazu passen
keine volltrunkenen Jugendlichen", sagt Bürgermeister Michael Dreier. Die
Verantwortlichen freuen sich darauf, dass am Sonntag vor Rosenmontag sich wieder
tausende von Zuschauern den Karnevalsumzug in Scharmede ansehen werden. Damit
das reibungslos klappt und nichts den Frohsinn trübt, sind auf den Umzugswagen
selbst und bei den Fußmärschen für die Teilnehmer Spirituosen tabu. "Das hat
sich bereits im letzten Jahr gut bewährt. Wir nehmen den Jugendschutz auch in
diesem Jahr sehr ernst", zeigt sich auch der Geschäftsführer des
Karnevalsvereins Blau-Weiss 1974 e.V., Konrad Werning, entschlossen.
Das Paderborner Kreisjugendamt, das Jugendamt der Stadt Paderborn, die
Kreispolizeibehörde, Ordnungsämter, Veranstalter und Karnevalsvereine setzen
alles dran, um einen unbeschwerten und störungsfreien Karneval sicherzustellen.
"Zu blau macht unsexy", lautete der Slogan der Salzkottener Kampagne mit dem
Ziel, Zwischenfälle mit volltrunkenen Jugendlichen zu vermeiden. Diese
Gemeinschaftskampagne von Stadt, Kreis, der Polizei und des Karnevalvereins
unter Schirmherrschaft von Landrat Manfred Müller wird fortgesetzt. "Wir können
den Alkohol ja nicht komplett verbieten. Aber wir werben dafür,
verantwortungsbewusst damit umzugehen", erläutert Bürgermeister Michael Dreier.
Das Paderborner Kreisjugendamt hat in den vergangenen Wochen bereits über die
Schulen Elternbriefe verteilt, die über die wichtigsten Bestimmungen des
Jugendschutzgesetzes informieren. Ein großes Problem bei Jugendlichen ist auch
das so genannte "Vorglühen". Das Jugendamt der Stadt Paderborn wird deshalb in
Verbindung mit dem Büro für Ordnung, Schutz und Sicherheit (B.O.S.S.),
unterstützt durch zusätzliche Polizeibeamte, an den Karnevalswochenenden in
verschiedenen Bereichen des Paderborner Stadtgebietes sowie den bekannten
Sammelpunkten zum "Vortrinken für Scharmede" Präsenz zeigen und strenge
Kontrollen durchführen.
"Alkohol hat eine stark enthemmende Wirkung", erinnert Kriminalhauptkommissar
Peter Gall vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizei. "Nicht selten kommt es
gerade unter Alkoholeinfluss zu Straftaten wie Körperverletzungen und
Sachbeschädigungen", warnt Gall. Daraus könnten dann Schadensersatz- oder
Schmerzensgeldforderungen erwachsen, die locker einige 1000 Euro erreichen
können.
In der Pflicht sind aber auch die Eltern bzw. Erziehungsverantwortlichen.
"Eltern haben eine Vorbildfunktion und sollten mit ihren Söhnen und Töchtern im
Vorfeld reden und klare Grenzen ziehen", betont Kreisjugendamtsleiter Hermann
Hutsch. Auch sonstige Erwachsene sollten hinsehen und Jugendliche mit
Schnapsflaschen in der Hand ansprechen. "Karneval kann nur gemeinsam gelingen",
so Hutsch. "Kinder und Jugendliche machen nicht selten zu Karneval die ersten
Erfahrungen mit Alkohol", ergänzt Marco de Luca vom städtischen Jugendamt der
Stadt Paderborn. Besonders gefährlich ist gerade das schnelle Trinken von
Hochprozentigem, erklärt Dr. Constanze Kuhnert vom Kreisgesundheitsamt. Ihnen
drohe sehr schnell eine Alkoholvergiftung, denn "Jugendliche trinken oft
schneller als sie betrunken werden", so Kuhnert.
Was alles beachtet werden muss und wie die Jugendschutzbestimmungen aussehen,
hat das Paderborner Kreisjugendamt in einem Leitfaden zusammen gestellt. Alle
Infos im Internet unter www.kreis-paderborn.de< href='http://www.kreis-paderborn.de/>' target='_blank'>http://www.kreis-paderborn.de/>.
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Sonntag, dem 19. Februar 2012 um 19:11 Uhr veröffentlicht und wurde unter Lokales, Startseite abgelegt.
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