20:31h, Mittwoch 29.02.2012
Antibiotika-Verordnungen
Deutliche regionale Unterschiede
Kreis Herford. Kindern und Jugendlichen im westfälischen Ruhrgebiet bekommen wesentlich häufiger Antibiotika verschrieben als in anderen Teilen der Region. Das geht aus dem „Faktencheck Gesundheit“ hervor, den die Gütersloher Bertelsmann Stiftung heute vorgestellt hat. Demnach hat in den meisten Ruhrgebietskommunen knapp jedes zweite Kind im Jahr 2010 mindestens einmal ein Antibiotikum verordnet bekommen. Am höchsten ist die Verschreibungsquote mit rund 51 Prozent in Gelsenkirchen.
Wesentlich seltener werden Antibiotika in einigen ländlichen Regionen Westfalens verschrieben sowie in Münster und Bielefeld. Dort liegt die Verordnungsrate bei 31 beziehungsweise 27 Prozent.
Auch bundesweit gehen aus der Studie deutliche regionale Unterschiede hervor: “Kinder im Nordosten Deutschlands erhalten doppelt so häufig Antibiotika wie Kinder in Süddeutschland“, heißt es von Seiten der Bertelsmann Stiftung. Gründe dafür seien nur schwer zu identifizieren. Es gäbe aber Hinweise darauf, „dass vor allem sozial schwächer gestellte Personen häufiger Antibiotika verlangen beziehungsweise diese verschrieben bekommen”. Auch das Angebot an Ärzten sowie die Möglichkeit, diese zu erreichen, könnten eine Rolle spielen.
Als Ergebnis der Analyse stellt die Stiftung fest, dass viele Antibiotika-Verordnungen überflüssig und damit gefährlich seien: “Patienten sollten verstärkt darüber aufgeklärt werden, wann Antibiotika tatsächlich sinnvoll sind und wann ihr Einsatz eher Risiken hervorruft.“
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Mittwoch, dem 29. Februar 2012 um 20:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter Lokales, Startseite abgelegt.
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